Fünf Szenarien zur Erderwärmung.
Die Illustration zeigt Vorhersagen der Temperaturänderungen (Grad Celsius) für das Ende des 21. Jahrhunderts. Dabei haben die Wissenschaftler fünf verschiedene Szenarien simuliert, die vom Level der Emissionsminderung abhängen.
Grafik: CC BY 4.0: DKRZ/DLR

EU-Klimadienst: 2025 drittwärmstes Jahr seit Messbeginn

16.01.2026

Aktuelle Daten des EU-Klimadienstes Copernicus¹ zeigen: Das Jahr 2025 war global das drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur lag 1,47°C über dem vorindustriellen Niveau. Damit liegt 2025 knapp hinter den Rekordjahren 2024 und 2023. Die Gründe dafür sind anhaltende CO2-Emissionen sowie die außergewöhnlich hohen Oberflächentemperaturen der Meere.

Laut dem Klimajahresbericht lag die globale Durchschnittstemperatur im vergangenen Jahr bei 14,97°C. Diese liegt 1,47°C über dem Niveau der vorindustriellen Zeit. 2023 waren es 1,48°C. Im Rekordjahr 2024 wurden 1,60°C gemessen. Die vergangenen elf Jahre sind die heißesten seit Aufzeichnungsbeginn. Das Dreijahresmittel 2023–2025 liegt über 1,5°C.

Zu den Landflächen, die 2025 deutlich wärmer als im Durchschnitt waren, gehörten die tropischen Regionen Amerikas, der Nordosten Kanadas, große Teile Afrikas und Europas, Teile Asiens außerhalb der tropischen Zone sowie der größte Teil Grönlands und der Antarktis. Die jährlichen Lufttemperaturen über Land erreichten Rekordhöhen im Westen der Vereinigten Staaten, im Osten Grönlands, in Nordeuropa, im Westen Russlands, in Zentralasien, im Osten Chinas und in der Antarktis.

Während die Antarktis ihren wärmsten Jahresdurchschnitt aufwies, erlebte der europäische Kontinent extremes Wetter mit Hitzewellen, Stürmen und Waldbränden. In Europa betrug die Jahresdurchschnittstemperatur 10,41 °C. Damit erlebten die Europäer das drittwärmste Jahr, das mit 1,17 °C über der Durchschnittstemperatur der Referenzperiode (1991–2020) lag.

Beschleunigte Klimaerwärmung

Die Wissenschaftler nennen zwei Faktoren für die außergewöhnlich warmen vergangenen, drei Jahre: Erstens die beschleunigte vom Menschen verursachte Klimaerwärmung. Diese ist zum einen auf eine schnellere Anreicherung von Treibhausgasen in der Atmosphäre zurückzuführen. Sie wird durch anhaltende Emissionen und eine verringerte Aufnahme von Kohlendioxid durch natürliche Senken an Land und im Meer verursacht. Zum anderen ist seit 2010 eine verringerte Kühlung durch Aerosole zu beobachten, unter anderem aufgrund geringerer Aerosolemissionen aus Ostasien.

Der zweite Faktor betrifft die Meeresoberflächentemperaturen. Diese zeigten außergewöhnlich hohe Werte, was unter anderem mit dem El-Niño-Phänomen zusammenhängt und durch den Klimawandel verstärkt wird. In der Folge können die Ozeane weniger CO2 aufnehmen.

„Sollte sich die Erwärmung mit derselben Geschwindigkeit wie in den vergangenen 30 Jahren fortsetzen, könnte die 1,5-Grad-Grenze bereits Ende des Jahrzehnts erreicht werden“, prognostizieren die Autoren des Klimaberichts.

Ist dies nun der Weckruf? Im Jahr 2015 hatten sich die Unterzeichnerstaaten des Pariser Klimaabkommens vorgenommen, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur möglichst auf 1,5° C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

¹Copernicus ist ein Erdbeobachtungsprogramm, das von Teams aus allen EU-Mitgliedstaaten sowie von Partnerorganisationen koordiniert wird. Geleitet wird es von der Europäischen Kommission. Sie wird dabei von der ESA (Europäische Weltraumagentur), dem europäischen Wettersatelliten-Betreiber EUMETSAT und dem Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) unterstützt.

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