Ein Gletscher verschwindet – Abschied vom Schneeferner

Der Südliche Schneeferner auf der Zugspitze hat seinen Status als Gletscher verloren.
Die Glaziologen Wilfried Hagg (li.) und Christoph Mayer erkunden die Eisdecke des Schneeferners mit einem Georadar. Eine ihrer letzten Messungen, denn der Alpengletscher auf der Zugspitze wird in spätestens zwei Jahren komplett abgeschmolzen sein.
Foto: Schneerfernerhaus/Laura Schmidt

Ein Gletscher verschwindet – Abschied vom Schneeferner

27.09.2022

Das war es: Der Südlicher Schneeferner an der Zugspitze ist kein Gletscher mehr. An manchen Stellen ist der Gletscher nicht einmal zwei Meter dick, an der tiefsten Stelle misst die Eisdecke weniger als sechs Meter, haben Christoph Mayer von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und seine Kollegen auf Basis von Georadarmessungen festgestellt.

Den Status als Gletscher hat der Schneeferner nun offiziell verloren. Seine Eisfläche ist weniger als ein Fußballfeld (10.000m2) groß. 2018 verfügte er noch über die doppelte Eismasse. In zwei Jahren wird er nicht mehr existieren. Dann werden die Wissenschaftler ihre Messungen an dieser Stelle einstellen.

Der Klimawandel ist die Ursache für das Verschwinden der Alpengletscher. Und dieser Prozess ist unumkehrbar: „Der Eisverlust wird sich in den kommenden Jahren eher noch verstärken. Der Großteil der Alpengletscher wird bis 2050 ebenfalls verschwinden“, prognostiziert der Glaziologe.

Nun sind vier Gletscher an der Zugspitze (Nördlicher Schneeferner, Höllentalfer-ner) und in den Berchtesgadener Alpen (Blaueis und Watzmanngletscher) übrig. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch diese Forschungsobjekte der Glaziologen für immer verschwinden.

Weitere Informationen gibt’s hier.

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